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Wolle Materialberater

Wolle wird durch die Schur von Schafen gewonnen. Das geschorene Wollkleid nennt man Vlies.

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Verschiedene Wollarten:

Wolle wird eingeteilt in Feinwollen (Merinoschafe), Mittelwollen (Crossbredschafe) und Grobwollen (Cheviotschafe).

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Eigenschaften der Wolle:

  • Feinheit und Griff: Wollfasern sind je nach Sorte fein bis grob, der Griff ist weich bis rau.
  • Wärmeisolation: Wollfasern isolieren durch viele Lufteinschlüsse hervorragend gegen Kälte.
  • Feuchtigkeitsaufnahme: Wolle nimmt bis zu einem Drittel ihres Gewichtes an dampfförmiger Feuchtigkeit auf ohne sich feucht anzufühlen. Schweiß kann sie chemisch binden und neutralisieren.
  • Hautfreundlichkeit: Die Weichheit der Wollfasern ist von der Feinheit abhängig. Gröbere Wollen können Hautreizungen verursachen.
  • Festigkeit: Die Festigkeit der Wolle ist ausreichend und ihre Scheuerfestigkeit ist relativ gering.
  • Elastizität (Knitterneigung): Elastizität und Sprungkraft sind ausgezeichnet und Knitterfalten erholen sich besonders gut unter Einwirkung von Dampf.

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Veredelungsarten der Wolle:

  • Karbonisieren: Entfernen pflanzlicher Verunreinigungen durch Schwefelsäure.
  • Rauen: Fäserchen werden aus dem Gewebe herausgerissen (wird häufig nach dem Walken durchgeführt).
  • Dauerfixierung: Chemikalien, Druck und Dampf fixieren gebügelte Falten dauerhaft.
  • Filzfreiausrüstung: Wolle wird mit Chemikalien behandelt um die Filzfähigkeit zu verringern. Dadurch kann Wolle in der Waschmaschine gewaschen werden.
  • Walken: Unter Walken versteht man das gewollte verfilzen von Wollartikeln.
  • Wasserabweisende Ausrüstung: Durch eine Behandlung mit Silikon werden Wolltextilien Wasser abweisend.

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Fasermischungen der Wolle:

Wolle wird oft mit synthetischen Chemiefasern wie Polyester, Polyacryl und Polyamid gemischt.

Diese Mischungen ergänzen sich sinnvoll weil die Filzfähigkeit gemindert, die Scheuerfestigkeit erhöht und die Pflegeeigenschaften verbessert werden. Die guten bekleidungsphysiologischen Eigenschaften der Wolle dominieren, wenn der Wollanteil über 50% beträgt.

Neben den genannten synthetischen Chemiefasern wird Wolle auch mit Seide, Baumwolle und vor allem mit feinen Tierhaaren gemischt.

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Typische Wollstoffe:

  • Afghalaine: Mittelfeiner Wollstoff in Leinwandbindung.
    Durch die paarige Anordnung von S- und Z- gedrehten Garnen erhält er ein leicht perliges Aussehen.
  • Boucle`: Gewebe mit noppiger, knotiger Oberfläche, die durch Schlingengarne entsteht.
  • Mousseline: Leichter, fließender Stoff in Leinwandbindung, vornehmlich aus Wollkammgarnen, uni oder bedruckt.

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Wolle Pflegeeigenschaften:

Wolle - Waschen:

Wolle ist beschränkt waschbar, sehr langsam trocknend, gut bügelfähig und nicht bügelfrei.

Wolle mit filzfrei Ausrüstung ist Maschinenwaschbar. Wollwaschmittel verwenden.

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Chemische Reinigung:

 Wolle kann mit Perchlorethylen chemisch gereinigt werden.

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Wolle - Trocknen:

Wolle darf nicht im Wäschetrockner, nicht in der Sonne oder auf der Heizung trocknen.

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Wolle - Bügeln:

Die Bügeltemperatur sollte bei ca. 150°C liegen.

Mit Dampf oder einem feuchten Tuch bügeln.

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Wolle - Chloren:

Wolle darf man nicht chloren.

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Textilkennzeichnung:

Nach dem Textilkennzeichnungsgesetz ist Schurwolle die vom lebenden Schaf geschorene Wolle.

Schurwollerzeugnisse müssen aus Wollfasern bestehen, die noch nie in einem Fertigerzeugnis enthalten waren und nur dem zur Herstellung des Erzeugnisses erforderlichen Verarbeitungsprozess unterlegen haben.

Textilien aus 100% Schurwolle dürfen mit REINE SCHURWOLLE gekennzeichnet werden, dabei sind bis 0,3 % Fremdfasern für Faseranflug während der Produktion und bis zu 7% für sichtbare Ziereffekte eingeräumt.

In Mischungen darf die Bezeichnung "Schurwolle" nur verwendet werden, wenn die gesamte enthaltene Wolle Schurwollqualität hat und der Anteil mindestens 25% beträgt. Es darf neben Schurwolle nur eine weitere Faser enthalten sein.

Die Bezeichnung Reine Wolle darf auch für ein Erzeugnis verwendet werden, welches z.B. aus Reißwolle besteht.

Wollsiegel und Kombiwollsiegel:

Das Wollsiegel wird bei reiner Schurwolle vergeben. Produkte die das Wollsiegel erhalten müssen auch für bestimmte Qualitätsmerkmale garantieren; Mindestechtheit der Farben, Mindestreißfestigkeit und Dimensionsstabilität.

Das Kombiwollsiegel wird bei Mischung mit einer anderen Faser und einem Schurwollanteil von mindestens 60% vergeben und es garantiert für die Einhaltung derselben Qualitätsrichtlinien die an das Wollsiegel gestellt werden.

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